Tagebuch




Entspannt in Frankfurt

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Gabi im Park Inn by Radisson Airport Frankfurt

Ich sitze am Gate C13 am Airport Frankfurt und lasse den letzten Tag Revue passieren. Morgens haben wir beide noch gearbeitet, um 14:30 Uhr sind wir zu Hause. Da alles Gepäck insbesondere von Gabi wieder akribisch und abschließend vorbereitet ist, bleiben wir entspannt. Die einzig sehr wahrscheinlich kritische Phase dürfte die Fahrt mit dem RE10 von Nieukerk nach Düsseldorf sein. Leider hat heute niemand Zeit, uns direkt zum Bahnhof nach Duisburg oder Düsseldorf zu fahren. Aber liebe Menschen müssen auch mal feiern und wir haben ja ein Bahnticket.

Haben wir das wirklich? Ich nutze die letzte Stunde zu Hause, um die abschließenden digitalen Vorbereitungen zu treffen. Online-Check-in bei der Lufthansa: easy. Dabei prüfe ich sicherheitshalber auch nochmal unser eTA-Visum für Canada. Das ist von 2023 und 5 Jahre gültig, was mir online bestätigt wird. Sicher ist sicher. Über die ArriveCAN-App erledige ich die übrigen Einreiseformalitäten, bestätige, dass wir in friedlicher Mission unterwegs sind, keine Waffen mitbringen, keinen Bauernhof besucht haben in den letzten 14 Tagen etc. Damit erledige ich die „Advance CBSA Declaration“ und erwarte nun eine erleichterte Einreise morgen.

Bahnfahrkarte? Finde ich nicht, obwohl wir Rail & Fly gebucht haben. Man sollte das Kleingedruckte lesen! Da ist ein Link, um sich die Fahrkarte zu holen. Einmal gefunden ist auch das total einfach und ich bekomme für den ICE 727 sogar kostenlos (weil 1. Klasse) eine Sitzplatzreservierung.

Noch ein letztes Backup, Gabi unterstützen, umziehen, Rolladen auf Urlaub programmieren - fertig. Der Plan: um 16:03 Uhr in den RE10 steigen - und wie erwartet klappt das nicht. Meine Uhr poppt auf und informiert mich, dass der Zug wegen Bauarbeiten 5 Minuten Verspätung hat. Das Spiel kenne ich, dabei wird es nicht bleiben. Um 17:21 Uhr fährt der ICE in Düsseldorf los - jedenfalls der, für den wir jetzt Sitzplätze haben. Wir beschließen, einfach früh zum Bahnhof zu fahren - oft kommt ja irgendwann einer der früher schon verspäteten Züge - Hauptsache, wir landen heute noch in Frankfurt.

Auch das ist eine Vorsichtsmaßnahme. Der Flieger geht morgen erst nachmittags raus. Unter geregelten Verhältnissen hätten wir auch Samstag fahren können. Aber „geregelt“ ist je bzgl. DB & co. leider nix mehr aktuell. Also fahre ich Gabi und die Koffer zum Bahnhof, bringe das Auto wieder nach Hause und folge per Pedes nochmal dem Weg zum letzten Abenteuer dieser Erde, einer Fahrt mit dem RE10.

Als ich gegen 15:30 Uhr am Bahnhof ankomme, sind tatsächlich noch 2 verspätete Züge in der Pipeline. Deren Verspätung verschiebt sich aber im 5-Minuten-Takt nach hinten. Dann kommt endlich einer - der fährt aber planmäßig nur bis Krefeld. Unsere Überlegungen, ob es sinnvoll ist, schon mal die ersten Kilometer hinter uns zu bringen, erübrigen sich. Der eine Wagen ist so voll, dass sowieso nicht alle Leute einsteigen können, erst recht nicht wir mit unseren Koffern.

Um 16:10 kommt dann der 2. verspätete Zug - angekündigt bis Düsseldorf. Bei der Einfahrt in den Bahnhof die Mitteilung: heute nur bis Krefeld, wegen Bauarbeiten. Auch der ist brechend voll. Meine Uhr teilt mir mit, dass wir den Anschluss nicht mehr erreichen werden. 5 Minuten später: vielleicht doch - der ICE hat auch Verspätung. Was ein Glück! Das geht mehrfach hin und her, irgendwann kommt der RE 10, wir zuckeln bis Düsseldorf, aus viel geplanter Umsteigezeit sind 5 Minuten geworden - passt.

So landen wir tatsächlich fast planmäßig am Frankfurter Flughafen. Die Fahrt mit dem ICE ist super und sehr schnell. Mehr ÖFI muss heute nicht sein, ein „Uber“ ist preisgünstig. Ich buche über die App und als wir das Auto gefunden haben sind wir in wenigen Minuten im Hotel. Koffer auf das Zimmer und ab ins „the Italien“, ein Restaurant gegenüber, in dem wir schon 2023 vor der ersten Canada-Reise lecker gegessen haben. 2 schöne Pizzen, ein Fläschchen Rotwein - Prost Urlaub; wir sind mega entspannt.

Übernachtung: Park Inn by Radisson Airport Frankfurt, Amelia-Mary-Earhart-Str.10, 60549 Frankfurt am Main

Halifax ist cool

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Gabi an der Waterfront, Halifax, NS

Die Nacht war ok, wir haben Zeit. Gegen 08:30 Uhr sitzen wir beim Frühstück. Lecker Milchkaffe, viel Saft, Rührei, ein kleines Brötchen, Joghurt. Sehr gut! Ich checke auch noch kurz online bei Alamo ein, unserem Mietwagenverleiher. Das sollte dann die Wartezeit heute Abend erleichtern, da die Daten unserer Führerscheine etc. nun schon hinterlegt sind.

Dann machen wir einen Streifzug durch die nähere Umgebung, Schritte sammeln. Direkt nebenan ist der Park, der dem Hotel den Namen gibt. Ein Schild informiert, dass es sich hier um einen „Naturbelassenen Park“ handelt. Übersetzt: niemand mäht den Rasen oder kümmert sich. Ist aber gut. Wir checken den Weg zur S-Bahn jenseits des Parks und bewegen uns 40 Minuten.

Zurück im Hotel schauen wir noch ein, wie ich finde, tolles You-Tube-Video über Grundlagen der Fotografie, wie meist auf Englisch. Derartige Videos auch zu Spezialthemen habe ich sehr viele geschaut in den letzten Wochen. Grund: ich habe wieder richtig Lust zu fotografieren. Im Juni habe ich mich nach reiflicher Überlegung von fast meiner gesamten Nikon-Ausrüstung getrennt. 2 alte DSLR-Bodys und 8 (!) Objektive in Zahlung gegeben - „all in“. Dafür dann eine neue Nikon-Systemkamera mit drei super Objektiven erworben. Und deren Praxistest steht nun in den nächsten 3 Wochen bevor. Ich freu mich! Fotografie wird sicher einer meiner absoluten Schwerpunkte werden, um abzuschalten im Urlaub.

Die anderen Schwerpunkte werden wie immer Land und Leute sowie viel gemeinsame Zeit mit Gabi sein. Das maritime „Atlantic Canada“ ist uns noch völlig fremd. Waren wir 2023 im äußersten Westen (sehr empfehlenswert - da möchte ich gerne nochmal hin!) erkunden wir nun den äußersten Osten. Auch dazu haben wir zuletzt viele YouTube-Videos geschaut, um unser Programm vorzubereiten. Aber auch ein „echter“ Reiseführer wurde zu Rate gezogen, um den Ablauf auf vielen Seiten zu skizzieren. Schaut mal unter „Route“ - da sind einige Infos dazu. Alles basiert wieder auf einem Reisevorschlag von Canusa.

Check out im Hotel ist spätestens um 12:00 Uhr; der Weg zum S-Bahnhof durch den Park dauert 5 Minuten, die Fahrt mit der S-Bahn nur 2. Schwupps - sind wir wieder am Airport. Schnell sind die Koffer aufgegeben, längerer Fußmarsch durch einen offensichtlich niegelnagelneuen Flughafenteil, Sicherheitskontrolle (man muss jetzt keine elektronischen Geräte mehr auspacken - super schnell) und schon sitze ich hier.

Naja, saß ich hier, muss es wohl besser heißen. Da kommt eine Dame und scheucht die ganze Truppe auf: der Wartebereich ist zu räumen, lange, sehr lange Schlange bilden und dann alle wieder rein, aber einzeln: Dokumentencheck. So kriegen wir die Zeit auch rum.

Nun heißt es warten; Boarding ist um 15:00 Uhr, Abflug 15:40 Uhr, Ankunft Halifax 18:00 Uhr (+5 Std.). Ja: die Flugzeit beträgt hin nur 7:20 Std., zurück sogar nur 6,5 Std. Ist halt der äußerste Osten - ganz nah an Europa. Ich melde mich von dort wieder.

Der Flug startet um 50 Minuten verspätet, aber der Pilot hat viel Zeit unterwegs wieder gut gemacht. Erstaunlich viel wir Beinfreiheit in der Discovery Airlines (operated by Lufthansa) haben wir. Sehr schön!! Aber mit dem Entertainment-Programm ist es nicht so einfach. Ich werde zu alt für diese komischen Filme. Ich schaue „Das Beste kommt zum Schluss“ mit Jack Nicholson und Morgan Freeman - allein wegen der klasse Schauspieler sehenswert, wenn auch melodramatisch. Und „Anytime“ - eine atemberaubende Reportage um junge Mountainbikefahrer/innen. Ich weiß nicht, ob mich die halsbrecherischen, unfassbaren Abfahrten mehr geflasht haben oder die Aufnahmen der Videografen. Sehr sehenswert! Zwischendurch essen, trinken, schlafen wir.

Nach 7 Stunden sind wir in Halifax und dank meiner per App vorausgefüllten Einreiseformalitäten flutschen wir durch die Kontrolle wie ein Zäpfchen. Am Band heißt es dann aber wieder: warten auf die Koffer - dafür geht es bei Alamo wieder schnell. Dennoch ist es 20:00 Uhr, als wir mit unserem sehr schönen Ford Escape über die Autobahn Richtung Halifax rollen. Nach 30 Minuten sind wir im Hotel. Alles prima - die Stadt kommt gar nicht so als Großstadt daher, wir fühlen uns gleich sauwohl. Auch hier ist alles sehr ruhig und entspannt - sehr cool!

Also starten wir auch noch einmal kurz bergab zur Waterfront. Lifemusik, ein Canada-Willkommenszeichen und viele mega entspannte junge Leute. Da sich direkt neben unserem Hotel auch einige Breweries befinden, kehren wir am Ende dort ein. Axtwerfen auf mehreren Ebenen wird hier geboten - ich genieße ein Garrison Irish Red und ein Good Robot Creature Hazy IPA, Gabi ein „Lake City Crisp Cider Apple“, frisch vom Fass. Urlaub!!

Jetzt ist es 22:40 Uhr; die Sachen für morgen sind vorbereitet, so einiges muss aus den Koffern ins Auto transferiert werden. Zu Hause ist es bereits 03:40 Uhr morgens. Ich schreibe das jetzt noch fertig und lade das Tagebuch hoch. Dann mache ich die Augen zu, denn morgen sind wir bestimmt früh wach. Das ist gut so - wir wollen vor den ganzen Bussen an Peggy’s Cove sein!

Tagesetappe: 5.409 Kilometer geflogen, 33 Kilometer gefahren
Übernachtung: Hampton Inn & Suites by Hilton Halifax Downtown, 1960 Brunswick Street, Halifax, NS

28 September 2025
24 August 2025
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